Der Klassiker aus Italiens Strassencafes

Ganz bescheiden steht er da, eine geflochtene Sitzschale auf vierschlanken, schwarzen Beinen. Bei genauerem Betrachten sieht man: Die Beine aus 16 mm Stahlrohr sind in der Form eines grossen U gebogen und mit dem dünner dimensionierten Sitzrahmen verschweisst. Das Geflecht aus Rattan wird direkt auf das pulverbeschichtete Gestell geflochten. Bei Form und Material waren die Bequemlichkeit und die Gebrauchstüchtigkeit das Ziel. Besonders bequem ist er, da der Sitz in zwei Richtungen gebogen ist. Der Stuhl ist stapelbar und kann in Innenräumen und draussen stehen. Alle Details sind gut überlegt und harmonisch gestaltet. Das macht es aus, dass der Stuhl so selbstverständlich wirkt und zeitlos ist.

Seinen Ursprung hat der Basket Chair in Italien. Gian Franco Legler hat den Korbstuhl 1951 für ein Restaurant in seinem bergamaskischen Heimatort Locate entworfen. Die ersten 52 Stühle haben der Dorfschlosser und lokale Flechter gemacht. Das Gestell war aus vollen Rundstäben geformt und schwarz gestrichen. Später wurden die Beine mit einem Strumpf aus Polyvinyl überzogen,um sie widerstandsfähiger zu machen. Dann fand Legler einen Hersteller in der Brianza bei Monza, einem Zentrum der Flechterei.

Seinen «Basket» hat er 1953 für die Ausstellung «Good Design» eingereicht. Er war nicht schlecht erstaunt, als er seinen Stuhl in der Ausstellung im Museum of Modern Art MOMA in New York auf einem Podest neben dem Drahtstuhl von Charles und Ray Eames entdeckte. Charles Eames war damals der Star unter den Designern. Er hat die Qualitäten des «Basket» erkannt und dem jüngeren Schweizer Kollegen Mut zugesprochen für seine berufliche Karriere.

(Verena Huber, Etzel Verlag)

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